Kummerkastenantwort 6771: Was kann ich tun? Ich bin von zuhause weggelaufen und eine Freundin hat mich als trans bei meinen Eltern geoutet.

CN: Transfeindlichkeit in der Familie

Moin,

mein Coming-out als Trans ftm lief ziemlich… wild.

Ich war halt von zuhause weggelaufen (lange Geschichte) und dann hat ’ne Freundin meinen Eltern den Tipp gegeben von wegen dass ich kein Mädchen sein möchte und so. Ich bin mir nicht ganz sicher, was ich aus den Reaktionen meiner Familie machen soll, aber mittlerweile wünschte ich ernsthaft, keiner hätte in erster Linie davon erfahren. Denn bevor meine Familie davon wusste, kamen zwar gelegentlich so Sachen wie Trans-Witze und Kommentare die sich potenziell über Queersein lustig machen und so, aber da konnte ich mir noch einreden, dass es aus Unwissenheit war. Solche Kommentare kommen aber immer noch.

Ich hatte bevor ich geoutet wurde schen einige Zeit überlegt, mich bei meinen Eltern zu outen, mich jedoch, im Hinblick auf eben erwähnte Kommentare, immer wieder dagegen entschieden. Im Nachhinein war das, glaube ich, auch wirklich sinnvoll. Denn, klar, sobald das Jugendamt mit drinhing, mussten meine Eltern es erstmal akzeptieren, aber ihre größte Angst scheint zu sein, dass ich mit dieser ganzen Trans-Sache auf meine Geschwister abfärben könnte, und meine Mutter hat mein Trans-Sein auch mehrmals explizit als ‚Entscheidung‘ bezeichnet (Als ob ich mir DEN Ärger freiwillig antun würde!). Ergo, meine Eltern nehmen das Ganze auf der einen Seite überhaupt nicht ernst, und auf der anderen Seite wollen sie auch so wenig wie möglich damit zu tun haben. Kann ich da irgendwas tun? Nochmal weglaufen möchte ich meinen Geschwistern eigentlich nicht antun.

Hallo!

Das klingt ziemlich uncool, es tut mir leid, dass du das erleben musstest. Du verdienst es, Unterstützt und respektiert zu werden. Weglaufen ist ja meistens nicht so wirklich eine hilfreiche, langfristige Lösung. Gibt es Menschen in deinem Leben, die dich ernstnehmen und unterstützen an die du dich wenden könntest? Das könnten z. B. die Eltern von Freund*innen, andere Verwandte oder Bekannte, Vertrauenslehrkräfte oder Schulsozialarbeiter*innen sein. Du findest auch Anlaufstellen auf unserer Seite bei Problemen zuhause. Ich wünsche dir alles Gute!

Viele Grüße
Hannah

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