Statement zum Übergriff auf dem CSD Münster

CN: Hier geht es um transfeindliche und queerfeindliche Gewalt, Polizeigewalt, Verletzungen und Krankenhaus. Passt beim Lesen bitte gut auf euch auf und achtet auf eure Grenzen.

Gewalt auf CSDs 2022

Als wir euch zum Pride Month auf Instagram nach Tipps für CSD-Besuche gefragt haben, waren wir erschrocken darüber, wie viele von euch als erstes an Schutz vor Gewalt gedacht haben. Aber es stimmt – dieses Jahr erreichten uns Nachrichten von mehreren gewaltvollen Übergriffen auf CSDs. Auf dem CSD Karlsruhe sind dieses Jahr mehrere Teilnehmende angegriffen worden, eine Pride-Flagge wurde verbrannt – die Polizei steht in der Kritik, die Tat weder verhindert zu haben noch die Ermittlungen nach den Täter_innen ernst zu nehmen. (Quelle) Auch unter anderem in Augsburg und Bremen gab es Gewalt und Übergriffe. Viele CSDs wurden dieses Jahr von dem Anschlag auf einen queeren Club in Norwegen überschattet, der am Abend vor der Pride Parade in Oslo angegriffen wurde. (Quelle)

Unsere und eure Ängste sind berechtigt und wir wollen sie ernst nehmen.

Gewalt auf dem CSD Münster

So haben uns auch die Nachrichten vom CSD Münster schwer getroffen: Dort hat am 27. August 2022 ein bislang unbekannter Angreifer einem 25-jährigen trans Mann brutal mehrfach mit der Faust ins Gesicht geschlagen und ihn lebensbedrohlich verletzt. Der Verein Trans*Inter*-Münster hat bekannt gegeben, dass es sich bei dem trans Mann um Malte C. handelt, der ein Teilnehmer einer Gruppe des Vereins war. Malte liegt nach wie vor im Koma, sein Zustand ist kritisch.(Quelle)

Auch wir waren auf dem CSD Münster und haben dort mit euch geredet und gefeiert. Es macht uns wütend und traurig, dass solche queerfeindlichen Angriffe immer noch an der Tagesordnung sind. Wir möchten Malte und seinen Mitmenschen unsere besten Wünsche für eine schnelle Genesung schicken.

Und jetzt?

Und wir wollen unsere Unterstützung anbieten: wenn du von diesen Vorfällen erschüttert bist, Angst hast und nicht weißt, wohin mit deinen Gedanken und Gefühlen, hören wir dir gern zu. Unser Kummerkasten ist anonym und hat immer ein offenes Ohr für dich. Wenn du mit anderen Menschen ins Gespräch kommen und dich weniger alleine fühlen willst, dann sind wir im Regenbogenchat für dich da. Und wenn du ganz überwältigt bist und gar nicht weißt, wo du anfangen sollst, dann ist vielleicht eine systemische Beratung mit Elizy was für dich.

Es ist leicht, im Angesicht solcher Gewalt zu verzweifeln und die Hoffnung zu verlieren. Wir möchten euch aber Mut machen und sagen: Gemeinsam finden wir Wege! Unsere Community ist stark und hat schon vieles durchgemacht. Aber selbst nach all dem können wir immer noch sagen: We’re here! We’re queer! Und wir halten zusammen.

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