Kummerkastenantwort 6569 – Wie kann ich mit der Angst vor dem Coming Out umgehen?

Hallo.



Ich bin 37 Jahre alt und als man geboren, seit einigen Jahren fühle ich mich in meinem Körper aber nicht mehr wohl. Ich fühle mich als Frau.

In Onlinespielen oder ähnlichem identifiziere ich mich immer mit weiblichen Avataren und Namen.

Auch in Frauenkleidern (zu Hause, wenn ich alleine bin) fühle ich mich wohler, wenn auch nicht zufrieden.



Vor kurzem habe ich für mich entschieden, das ich lieber eine Frau sein möchte und eine Hormontherapie und weiteres anstrebe.

Aber durch Erziehungsbedingt eingehämmerte Sätze wie: „Was sollen den die Leute sagen“, fürchte ich mich davor mit Freunden oder Familie darüber zu sprechen, aus Angst sie würden mich nicht verstehen oder gar meiden. Ihnen mitzuteilen das ich eben nicht Andreas bin, sondern viel lieber Jenny sein möchte, ist eine Angst die ich dadurch habe.

Nach außen hin trage ich demnach ein Lächeln, obwohl ich im Inneren unglücklich bin. Manchmal wird dieser Druck so groß das ich ohne Vorwarnung Tränen vergieße, wenn ich alleine bin.



Doch ich weiß wo ich hin möchte, was ich sein möchte und wie ich mich wohlfühlen kann.

Welche Art von Arzt spricht man für solche Therapien an und ist das überhaupt die erste Anlaufstelle für meinen Wunsch?



Liebe Grüße, Jenny

Hallo Jenny,

das klingt ganz schön schwierig, aber ich finde es schön, zu hören, dass du dich selbst so gut kennengelernt hast, dass du weißt, wie du dich wohlfühlen kannst! Wir haben eine Broschüre zum Thema Coming Out, da kannst du gern mal reinschauen, wenn du möchtest.
Du kannst online mal schauen, ob es eine trans Beratungsstelle bei dir in der Nähe gibt, oder eine Stelle, die auch online Beratung anbietet, die für dich in Frage kommt. Da könntest du Unterstützung bekommen, dass jemand konkret nächste Schritte mit dir plant. Wenn du dich für eine Hormontherapie interessierst, kannst du nach einer sensibilisierten Praxis in deiner Nähe suchen. Deine erste Anlaufstelle kann z. B. deine hausärztliche Praxis sein, wenn du dich da gut aufgehoben fühlst, oder z. B. Endokrinolog*innen, Gynäkolog*innen oder ähnliche Ärzt*innen in deiner Nähe. Oft braucht man für die aber eine Überweisung. Du kannst auf Queermed schauen, ob du eine sensibilisierte Praxis in deiner Nähe findest.

Wenn du dich mit anderen Erwachsenen austauschen möchtest, die ähnliche Themen beschäftigen wie dich, kannst du auch gern mal in unserem QueerChat vorbeischauen, wenn du möchtest. Ich wünsche dir alles Gute!

Viele Grüße
Hannah

Für dich vielleicht ebenfalls interessant …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.