Kummerkastenantwort 2.758: Wie geht man als nicht-binäre Person ins Schwimmbad?

Hallo,
Ich hätte die Frage, wie man als nichtbinäre Person ins Schwimmbad geht. Die meisten Schwimmbäder sind ja ziemlich klar aufgeteilt in Mann und Frau. Ich persönlich hätte kein Problem z.B. in die Frauenduschen zu gehen, allerdings hätte ich Angst vor seltsamen Blicken oder Anfeindungen, da ich eine Mastektomie machen möchte. Habt ihr Tipps? Eigentlich möchte ich nicht aufs Schwimmen gehen verzichten.
Liebe Grüße

Hallo,

wenn du selbst damit kein Problem hast, ist das schon sehr viel wert.

Du bist mit deiner Angst nicht alleine. Ich kann es mir vorstellen, dass viele Menschen in so einer verletzlichen Situation sich flüchtig angucken und einzeln Angst haben bewertet zu werden, egal ob cis oder trans, dick oder dünn, mit oder ohne Brüsten.

Das ist schon mal schwer zu vermeiden.

Wenn du aktuell ein “gutes Passing” hast, könntest du auch jetzt ins Schwimmbad. Du kannst auch hin nach einer Mastektomie. Dafür spricht:

Zu einem, jede Person unter der Dusche ist zuallererst in eigenen Gedanken und selbst wenn das jemandem auffällt: es gibt viele Gründe, weswegen Menschen sich Brüste entfernen lassen, wie u. a. Brustkrebs. Das bedeutet: während du ängstlich duschst und eine andere Frau dich intensiv anguckt (was ohnehin seltsam wäre), ist sie nicht unbedingt transfeindlich und hat böse Gedanken. Vielleicht denkt sie:

“Krass, wie mutig nach dem Krebs sich die Brüste zu entfernen” oder “Oh, ohne Brüste zu schwimmen… Das ist bestimmt angenehm, ohne Größe F wie meine” oder “Oh, diese Person hat eine Mastektomie gemacht… Es ist echt cool, dass es so verschiedene Körper gibt.” oder “Hm, ungewohnter Anblick”. Die Liste geht weiter. Du kannst nicht wissen, was jemand denkt und nur negative Bewertung anzunehmen ist nicht hilfreich für dein Selbstbewusstsein. Spricht dich jemand diskriminierend an, ist das was anderes, doch unwahrscheinlicher.

Möglicherweise sobald andere dich männlicher lesen, könnte das zu größeren Irritationen führen oder Hinweisen, du wärst falsch in dieser Dusche, doch das muss nicht unbedingt so passieren. Das kommt auch leider darauf an, wie du dich präsentierst.

Nach Mastektomie könnte es schon sein, dass du aufgefordert wirst dich obenrum zu bedecken, auch das ist aber unwahrscheinlich.

Vielleicht kannst du mit dem Service am Schwimmbad darüber sprechen und fragen, ob trans Menschen hier willkommen sind oder ob eine Person nach Brustentfernung obenrum frei sein kann/was sagt das Hausrecht. Es gibt hin und wieder queere Badetag – Konzepte in größeren Städten, doch solche einmaligen Events führen nicht zur Inklusion der LGBTQI Community.

Jeder Mensch ist wertvoll, auch wenn andere ihn ablehnend angucken. Da besteht glücklicherweise kein Zusammenhang!

Alles Gute,

Elizy

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