Hurra! Am 6. April ist Internationaler Tag der Asexualität!

Als vergleichsweise junger Mensch wird mir eine Sache immer noch hin und wieder neu bewusst: Geschichte entsteht daraus, dass irgendwann mal Gegenwart war. Eine Gegenwart, in der sich Leute gesagt haben: Nope, diese Sache ist mies so, wir tun da jetzt was gegen. Oder: Da fehlt noch was, das erschaffen wir jetzt. Oft waren und sind das Menschen wie du und ich, die zum Beispiel Flaggen gestalten, Demos starten – oder eben einen neuen Feier- und Kampftag ins Leben rufen. Das hat die Ace-Community getan und den 6. April zum Internationalen Tag der Asexualität ausgerufen.

Der ITA bezieht alle Identitäten auf dem asexuellen Spektrum ein. Im Fokus steht die Arbeit von Asexuellen und ihren Supporter*innen in nicht-englischsprachigen und/oder nicht-westlichen Ländern. An diesem Tag werden vor allem lokale Veranstaltungen stattfinden; die Kampagne vernetzt sie. Das Motto lautet: Sichtbarmachung, Feier, Bildung und Solidarität.

Vier Asexuelle haben mir erzählt, was ihnen der ITA bedeutet:

Eamon:

Es ist wichtig, die Sichtbarkeit von Asexuellen zu stärken. Dass wir keine/wenig sexuelle Anziehung empfinden oder kein großes Interesse an Sex haben, bedeutet nicht, dass wir krank wären oder unsere Partner*innen nicht lieben würden!

Ion:

Mir bedeutet es viel, dass es diesen Tag gibt. Sichtbarkeit ist wichtig für den Kampf gegen Stigmata, aber vor allem, um ungesunde Normativitäten aufzubrechen.

Chris:

Wenn ich ehrlich bin, kann ich mich nicht uneingeschränkt darüber freuen, weil ich in schlechten Momenten über die gemeinen Tweets und Aussagen stolpere und denke: “Uff, eine Gelegenheit mehr für Anfeindungen?” – Und das macht mich wirklich müde.
Aber der Tag ist (für uns, für mich) trotzdem so wichtig, weil es auch die andere Seite gibt, wenn eins zum Beispiel durch den Twitter-Hashtag scrollt: Die Sichtbarkeit (nicht nur von Accounts mit Ace-Farben im Profilbild/Header, sondern auch von Accounts, die so aussehen wie mein eigener momentan, was mir irgendwie mehr bedeutet, als ich gedacht hätte); die Ressourcen, die von allen möglichen Menschen geteilt werden; die lernwilligen Personen, die respektvoll nachfragen oder vielleicht auch nur berichten, was sie selbst (heute) gelernt haben. Es ist so krass, die glücklichen, erleichterten, … im Prinzip die von positiven Gefühlen durchzogenen Tweets über das Gemeinschaftsgefühl, das Willkommensein, das Angenommenfühlen zu lesen (und mich daran zurückzuerinnern, wie es für mich ganz am Anfang war und immer noch manchmal ist). Und das ist dann vielleicht einfach mehr wert, nicht?

Jade:

Dass es (wieder) mehr Bemühungen gibt, das (verschieden ausgeprägte) Ace-Spektrum sichtbar zu machen, ist eine positive Entwicklung; ich bin gespannt, wie der ITA abläuft und von der Community aufgenommen wird. Und ich hoffe auch auf Interesse von außerhalb, damit Asexualität bekannter und vor allem anerkannter wird, denn mit Unverständnis und/oder Vorurteilen wird man immer wieder konfrontiert. Der ITA ist eine gute Gelegenheit, um darauf aufmerksam zu machen.

 

 

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