Kummerkastenantwort 3.771: Meine Selbsthilfegruppe macht mein Lesbisch-Sein für meine Sucht verantwortlich

Tw: alkoholsucht

Hey, ich bin 16 und in einer selbsthilfegruppe für alkoholabhängige Personen (ik eigentlich bin ich viel zu jung dafür). Ich habe dort erzählt, dass ich durch meine Exfreundin zum Alkohol gefunden habe. Erstmal alles gut, nur finden jetzt einige leute, dass ich zb selbst schuld bin lesbisch zu sein und ein Mann mir mehr Stabilität gegeben hätte. Ja ich dachte mir auch nur wtf, aber die meinen das wirklich ernst. Ich hab jetzt das Gefühl, die nehmen mich garnicht mehr ernst, weil die das halt mit meiner Exfreundin die ganze zeit thematisieren und komische Kommentare von sich geben. Jetzt weiß ich nicht, ob ich die Gruppe verlassen soll, oder das einfach ertragen muss, obwohl das ja eig ein safe space sein sollte. Was meint ihr?

Huhu,

wenn eine Selbsthilfegruppe dir Vorwürfe macht und deiner Sexualität Schuld gibt, dann ist es keine Hilfe, sondern das Gegenteil. Und damit dann auch definitiv kein Safe Space. Vielleicht schaffst du es ja mit Menschen darüber zu reden, vielleicht gibt es ja eine Gruppenleitung oder so die dir helfen kann, aber ansonsten glaube ich dass es vermutlich besser wäre wenn du diese Gruppe verlässt, und eine bessere findest.

Ansonsten kann es vielleicht auch hilfreich sein, dich mit anderen queeren Jugendlichen auszutauschen, die oft ähnliches – wenn auch in einem anderen Umfeld – erlebt haben. Du kannst z.B. eine Jugendgruppe in deiner Nähe suchen, oder mal unseren Regenbogenchat ausprobieren.

Liebe Grüße,

Aurora

PS: Wenn ich davon ausgehe, dass die Menschen, die deiner Sexualität die Schuld geben, heterosexuell sind, dann kannst du das vielleicht als Konter benutzen, so nach dem Motto:

“Wärst du nicht lesbisch, wäre dir das nicht passiert” – “Ah, und wie gut hat das bei dir geklappt?”

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